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Freimessen in Chemieanlagen: Anforderungen nach DGUV Regel 113-004, typische Gefahrstoffe & warum externe Fachkräfte die sichere Wahl sind. Jetzt über die Anforderungen und den Ablauf informieren.

Die chemische Industrie zählt zu den anspruchsvollsten Branchen, wenn es um Arbeitssicherheit geht. Reaktoren, Tanks, Rohrleitungssysteme und geschlossene Behälter sind alltäglich und genau diese Bereiche bergen erhebliche Gefahren: toxische Gase, explosive Atmosphären, Sauerstoffmangel. Wer in solchen Räumen arbeiten möchte, braucht zunächst eine zuverlässige Freimessung.
In diesem Beitrag erklären wir, was Freimessen in Chemieunternehmen konkret bedeutet, welche rechtlichen Grundlagen gelten und warum immer mehr Betriebe auf externe Fachkräfte setzen.
Unter Freimessen versteht man die Messung der Atmosphäre in Behältern, Silos, Schächten oder engen Räumen, bevor Beschäftigte diese betreten dürfen. Ziel ist es, festzustellen, ob gefährliche Konzentrationen von Gasen, Dämpfen oder Sauerstoffmangel vorliegen. Erst nach einer positiven, dokumentierten Freimessung darf der Bereich für Arbeiten freigegeben werden. In der Chemiebranche ist dieser Schritt besonders kritisch. Denn hier begegnen Fachkräfte täglich Stoffen wie:
Ein weiterer kritischer Faktor: Viele dieser Stoffe sind unsichtbar und geruchlos in relevanten Konzentrationen. Ohne Messtechnik ist eine Gefährdung schlicht nicht erkennbar.
Freimessen ist kein freiwilliger Sicherheitsschritt – es ist gesetzlich vorgeschrieben. Die zentralen Regelwerke:
Wichtig: Mit dem Freimessen dürfen nur Personen beauftragt werden, die über die erforderliche Fachkunde verfügen. Dazu gehören eine abgeschlossene technische Berufsausbildung, fundierte Kenntnisse über die zu messenden Stoffe sowie eine Ausbildung nach DGUV Grundsatz 313-002.
Die chemische Industrie bietet eine Vielzahl an Situationen, in denen Freimessungen zwingend erforderlich sind. Anders als in anderen Branchen wechseln Gefahrstoffprofile oft je nach Produkt, Charge oder Anlagenzustand, was eine standardisierte Vorgehensweise allein nicht ausreicht. Jeder Einsatz erfordert eine individuelle Bewertung.
Chemische Reaktoren gehören zu den anspruchsvollsten Bereichen beim Freimessen. Nach Produktionsstopps, Chargenumstellungen oder Reinigungsläufen können Restsprodukte, Zersetzungsgase oder Lösungsmitteldämpfe in gefährlichen Konzentrationen vorliegen, auch wenn der Behälter äußerlich leer und gereinigt wirkt. Besonders bei Mehrzweckreaktoren, die für unterschiedliche Produkte eingesetzt werden, ist das Gefährdungsprofil jedes Mal neu zu ermitteln und zu messen. Erst wenn alle relevanten Parameter – Sauerstoffgehalt, explosive Grenzwerte, toxische Konzentrationen – innerhalb der zulässigen Bereiche liegen, darf das Befahren freigegeben werden.
Unterirdische Leitungsschächte, Kabelkanäle und Entwässerungssysteme in Chemieanlagen sind oft unterschätzte Gefahrenzonen. Aus Leckagen, Prozessabwässern oder natürlicher Zersetzung organischer Substanzen können sich hier Gase wie Schwefelwasserstoff, Methan oder Kohlenmonoxid ansammeln – oft ohne sichtbaren Hinweis. Durch die begrenzte Luftzirkulation in solchen Bereichen steigt die Konzentration von Schadstoffen schnell auf gefährliche Werte an. Regelmäßige Freimessungen vor jedem Befahren sind in solchen Bereichen nicht verhandelbar.
Tankanlagen für brennbare Flüssigkeiten, Lösungsmittel oder chemische Grundstoffe erfordern vor Begehung oder Wartungsarbeiten eine besonders sorgfältige Freimessung. Neben den toxischen Gefahren steht hier der Explosionsschutz im Vordergrund: Bereits geringe Mengen verdampfter Lösungsmittel können mit Luft explosive Gemische bilden. Gleichzeitig gilt es, den Sauerstoffgehalt zu kontrollieren, vor allem dann, wenn Tanks mit Inertgas (z. B. Stickstoff) beaufschlagt wurden, um Oxidation zu verhindern. In solchen Fällen besteht beim Befahren akute Erstickungsgefahr durch Sauerstoffmangel.
Destillationskolonnen sind in der chemischen Industrie weit verbreitet und stellen beim Freimessen besondere Anforderungen. Schwer flüchtige Substanzen setzen sich in Einbauten, Böden und Sumpfbereichen ab und können beim Öffnen oder Befahren freigesetzt werden. Die Schichtung unterschiedlicher Gase – leichtere oben, schwerere unten – erfordert Messungen auf verschiedenen Höhen innerhalb der Kolonne. Hier ist eine fundierte Messtaktik entscheidend: falsche Messpunkte führen zu falschen Freigaben.
In der Chemie anfallende Abwässer enthalten oft Reste von Prozesschemikalien, die in Schächten, Sammelgruben oder Neutralisationsbecken zu gefährlichen Gasgemischen führen können. Neben klassischen toxischen Gasen wie Ammoniak oder Chlorwasserstoff entsteht hier durch mikrobielle Prozesse auch Schwefelwasserstoff – ein besonders tückisches Gas, das schon in geringen Konzentrationen zu Bewusstlosigkeit führen kann und für den Menschen geruchlich kaum wahrnehmbar ist, sobald er die Geruchsschwelle überschreitet.
In Wartungsstillständen – sogenannten Turnarounds – steigt der Bedarf an Freimessungen sprunghaft an. Viele Anlagenteile werden gleichzeitig geöffnet, gereinigt und inspiziert. Das bedeutet: parallele Freimessungen an verschiedenen Punkten, hoher Zeitdruck und wechselnde Arbeitsteams. Externe Fachkräfte, die auf solche Phasen spezialisiert sind, bieten hier einen klaren Vorteil: Sie kennen die Abläufe, bringen ausreichend Personal mit und können flexibel auf sich ändernde Arbeitssituationen reagieren. Gleichzeitig entfällt der Aufwand für den Betreiber, eigenes Personal kurzfristig zu qualifizieren oder Geräte vorzuhalten.
Auch bei Inbetriebnahmen neuer Anlagenteile oder nach Umbauten sind Freimessungen relevant, etwa wenn Rohrleitungen gespült, Behälter entlüftet oder Dichtheitsprüfungen mit Inertgasen durchgeführt wurden. Selbst vermeintlich leere Systeme können Restmengen gefährlicher Stoffe enthalten. Auch Inspektionen von Wärmetauschern, Filtern oder Kompressoren fallen in diesen Bereich. Eine durchgängige Dokumentation der Messungen ist dabei nicht nur aus Sicherheitsgründen wichtig, sie ist Bestandteil der gesetzlich geforderten Gefährdungsbeurteilung.
Eine ordnungsgemäße Freimessung folgt einem klaren Prozess:
Viele Chemieunternehmen – gerade in Wartungsphasen oder Projekten – greifen bewusst auf externe Dienstleister zurück. Die Gründe sind nachvollziehbar:
TEAMProjekt Outsourcing stellt Ihnen qualifizierte Fachkräfte für Freimessungen bereit – auch kurzfristig, auch für Großprojekte. Unsere Messteams sind nach DGUV Grundsatz 313-002 ausgebildet, kennen die besonderen Anforderungen chemischer Produktionsanlagen und arbeiten mit moderner, zertifizierter Messtechnik.
Was Sie von uns erwarten können:
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Andreas Klug
Prokurist, Business Development
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