Mobiles Kommissionieren verändert die Lagerarbeit grundlegend. Erfahren Sie, wie mobile Lösungen Prozesse flexibilisieren, Fehler reduzieren und welche Rolle sie künftig in der Logistik spielen.

Die Kommissionierung zählt zu den zentralen Prozessen in Lagern und Logistikzentren und beeinflusst direkt Kosten, Effizienz und Kundenzufriedenheit. In vielen Unternehmen verursachen manuelle Kommissionierprozesse bis zu 50 Prozent der gesamten Lagerkosten. Lange Laufwege, hohe Personalkosten und Fehleranfälligkeit machen Optimierungen dringend notwendig. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Kunden erwarten kürzere Lieferzeiten, höhere Lieferzuverlässigkeit und transparente Sendungsverfolgung.
Mobiles Kommissionieren bietet hier eine moderne Lösung. Durch digitale Endgeräte wie Scanner, Tablets oder Smartphones werden Mitarbeitende Schritt für Schritt durch den Kommissionierprozess geführt, während Echtzeitinformationen dafür sorgen, dass Lagerbestände sofort aktualisiert und Fehler reduziert werden.
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Mobiles Kommissionieren bezeichnet den Einsatz tragbarer Geräte im Lager, um Artikel direkt vor Ort zu erfassen, zu prüfen und für die Lieferung vorzubereiten. Im Vergleich zu klassischen Papierlisten oder stationären Systemen ermöglicht mobiles Kommissionieren eine dynamische und flexible Bearbeitung von Aufträgen. Mitarbeitende erhalten Echtzeitinformationen über die nächsten Pick-Aufträge, die optimale Reihenfolge der Artikel und Hinweise auf besondere Verpackungs- oder Qualitätsanforderungen.
Dieser Ansatz bringt insbesondere in Lagern mit hohem Variantenreichtum, häufig wechselnden Sortimenten oder stark schwankenden Auftragsspitzen enorme Vorteile. Mobile Systeme machen Prozesse nachvollziehbar, verbessern die Transparenz und erleichtern die Integration in moderne Lager- und Produktionslogistik.
Mobiles Kommissionieren bietet eine Reihe von Vorteilen, die nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Fehlerquote reduzieren und die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen. Durch die digitale Unterstützung werden Fehler bei der Auftragserfassung und der Kommissionierung minimiert. Mitarbeitende erhalten sofort Rückmeldung, wenn ein falscher Artikel ausgewählt wird, wodurch Retouren und Nacharbeit reduziert werden. Gleichzeitig verkürzen sich die Laufwege, da das System die optimalen Routen vorgibt und so die Wege durch das Lager minimiert.
Weitere Vorteile ergeben sich durch die Flexibilität: Mobile Geräte können in unterschiedlichen Lagerbereichen eingesetzt werden, für verschiedene Auftragsarten und saisonale Schwankungen angepasst werden. Zudem werden Daten in zentrale Systeme eingespeist, was die Transparenz erhöht. Unternehmen behalten jederzeit den Überblick über Lagerbestände, Auftragsstatus und potenzielle Engpässe.
Mobiles Kommissionieren bietet viele Vorteile, ist jedoch nicht für jede Lagerumgebung gleichermaßen geeignet. Abhängig von Lagerstruktur, Pickfrequenz und technischem Umfeld können sich Einschränkungen ergeben, die bei der Systemauswahl berücksichtigt werden sollten.
Zentrale Herausforderungen und Grenzen:
Mobile Kommissionierung ist besonders effektiv in dynamischen Lagerstrukturen, wo klassische Methoden wie Papierlisten oder stationäre Terminals an ihre Grenzen stoßen. Unternehmen profitieren vor allem in Lagern mit hoher Variantenvielfalt, wechselnden Lagerplätzen oder starken Auftragsspitzen von mobilen Systemen.
In Lagern, in denen Produkte regelmäßig ihre Position wechseln oder Lagerflächen flexibel genutzt werden, hilft mobiles Kommissionieren dabei, Struktur zu schaffen. Mitarbeitende werden Schritt für Schritt durch die Abläufe geleitet, wodurch Suchzeiten und unnötige Wege erheblich reduziert werden. Mobile Geräte zeigen direkt an, welcher Artikel aus welchem Lagerplatz entnommen werden muss, und geben Hinweise zur Menge oder speziellen Verpackungsanforderungen. Insbesondere in großen Lagerhallen mit mehreren Ebenen oder komplexen Regalsystemen sorgt dies für eine deutliche Zeitersparnis und entlastet die Mitarbeitenden spürbar.
Unternehmen mit tausenden unterschiedlichen Artikelnummern (SKUs) stehen vor der Herausforderung, die richtigen Produkte schnell und fehlerfrei zusammenzustellen. Mobile Kommissionierung unterstützt hier durch digitale Hinweise, automatische Bestandsaktualisierungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Dadurch sinkt die Fehlerquote erheblich, und die Mitarbeitenden können auch bei komplexen Aufträgen effizient arbeiten. Dies ist besonders wichtig für Unternehmen im E-Commerce oder in Branchen mit häufig wechselnden Produkten, wo Flexibilität und Genauigkeit gleichermaßen gefordert sind.
Während saisonaler Spitzen oder bei kurzfristigen Sonderaufträgen steigt der Druck auf Lager und Logistik. Mobile Kommissionierung ermöglicht hier eine flexible Kapazitätssteuerung, da Aufträge in Echtzeit verteilt und priorisiert werden können. Mitarbeitende können ohne zusätzliche Schulung direkt auf neue Aufgaben reagieren, und die Systeme zeigen automatisch die effizienteste Reihenfolge der Picks an. Dadurch lassen sich Auftragsvolumina deutlich schneller abarbeiten, während die Qualität und Genauigkeit erhalten bleiben.
Der volle Nutzen mobiler Kommissionierung entfaltet sich, wenn die Systeme in bestehende ERP- oder WMS-Plattformen integriert sind. So können Bestandsdaten in Echtzeit aktualisiert, Aufträge automatisch verteilt und Engpässe sofort erkannt werden. Diese Integration erhöht nicht nur die Effizienz, sondern sorgt auch dafür, dass die gesamte Lager- und Produktionslogistik transparent und nachvollziehbar wird. Unternehmen können dadurch proaktiv auf Veränderungen reagieren, Lieferzeiten optimieren und die gesamte Supply Chain besser steuern.
Die Zukunft mobiler Kommissionierung wird stark durch technologische Entwicklungen geprägt. Künstliche Intelligenz wird zunehmend genutzt, um Pick-Reihenfolgen zu optimieren, Engpässe frühzeitig zu erkennen und die Mitarbeitereinsatzplanung zu verbessern. Augmented Reality kann Mitarbeitende visuell durch komplexe Picking-Prozesse leiten und die Suchzeiten im Lager weiter reduzieren.
Big Data und Predictive Analytics ermöglichen Vorhersagen über Auftragsspitzen, saisonale Schwankungen oder Engpässe im Materialfluss. Unternehmen können so proaktiv reagieren und Prozesse noch effizienter gestalten. Auch die Integration in Produktionslogistik-Systeme gewinnt an Bedeutung: Mobile Kommissionierung kann in der Produktion nahtlos mit Materialbereitstellung, Nachschubplanung und Fertigungssteuerung verknüpft werden. Damit entwickelt sich mobiles Kommissionieren von einer kurzfristigen Zwischenlösung zu einem strategischen Werkzeug der Lager- und Produktionslogistik.
Mobiles Kommissionieren steht nicht isoliert, sondern ergänzt oder konkurriert mit anderen digitalen Pick-Systemen wie Pick-by-Light, Pick-by-Voice oder vollautomatisierten Lösungen. Der zentrale Unterschied liegt im Grad der Orts- und Prozessflexibilität. Während Pick-by-Light stark positionsgebunden ist und Pick-by-Voice vor allem auf sprachgeführte Abläufe setzt, bietet mobiles Kommissionieren eine visuelle, mobile und vergleichsweise leicht skalierbare Lösung. Im Vergleich zu Pick-by-Light ist der Investitionsaufwand geringer, da keine feste Hardware an jedem Lagerplatz installiert werden muss. Gegenüber Pick-by-Voice punktet mobiles Kommissionieren durch visuelle Informationen, die besonders bei komplexen Artikeln, Seriennummern oder Zusatzhinweisen von Vorteil sind. Gleichzeitig bleibt die Arbeit jedoch nicht vollständig „hands-free“, was in bestimmten Umgebungen ein Nachteil sein kann. In der Praxis zeigt sich, dass mobiles Kommissionieren häufig als Bindeglied zwischen einfachen manuellen Prozessen und hochautomatisierten Systemen fungiert. Es eignet sich besonders für Unternehmen, die schrittweise digitalisieren möchten oder flexible Lagerbereiche betreiben, in denen starre Systeme an ihre Grenzen stoßen. Oft wird mobiles Kommissionieren auch hybrid eingesetzt, etwa in Kombination mit Pick-by-Voice für Laufwege und Pick-by-Light in Hochfrequenzzonen.
Mobiles Kommissionieren entfaltet seinen Nutzen vor allem dort, wo Prozesse flexibel bleiben müssen und sich Lagerstrukturen häufig verändern. In dynamischen Umgebungen mit wechselnden Artikeln, variierenden Lagerplätzen oder stark schwankenden Auftragsvolumina bietet die mobile Arbeitsweise klare Vorteile gegenüber stationären oder stark gebundenen Systemen. In hochstandardisierten Lagern mit sehr hohen Pickfrequenzen und festen Lagerplätzen stößt mobiles Kommissionieren hingegen schneller an seine Grenzen. Hier sind visuell geführte Systeme oder automatisierte Lösungen häufig effizienter. Auch in stark automatisierten Logistikzentren dient mobiles Kommissionieren eher als Ergänzung für Sonderprozesse, Ausnahmefälle oder temporäre Spitzen.
Damit wird deutlich: Mobiles Kommissionieren ist weder universelle Lösung noch bloße Übergangstechnologie. Sein Wert liegt in der gezielten Anwendung dort, wo Flexibilität, Skalierbarkeit und geringe Implementierungshürden entscheidend sind.
Mobiles Kommissionieren ist mehr als nur ein vorübergehender Trend. Es reduziert Fehler, verkürzt Laufwege, erhöht Transparenz und sorgt für eine bessere Integration in digitale Systeme. Für dynamische Lager, hohe Variantenvielfalt und Auftragsspitzen ist es heute bereits ein unverzichtbares Werkzeug. Allerdings ersetzt mobiles Kommissionieren nicht die vollständige Automatisierung in hochkomplexen Logistikumgebungen. Vielmehr ergänzt es bestehende Systeme flexibel und skalierbar. Unternehmen, die Prozesse standardisieren, Mitarbeitende schulen und mobile Systeme sinnvoll in ihre Lager- und Produktionslogistik integrieren, profitieren langfristig von stabileren Abläufen, geringeren Kosten und einer höheren Kundenzufriedenheit.
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Marvin Maier
Sales Manager
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